Green Building im doppelten Sinn: der Holz-Hybride i8 im Münchener Werksviertel erhält derzeit eine recycelte Fassade mit grünen, auf die Umgebung referenzierenden Elementen. Foto: © R&S Immobilienmanagement GmbH

Mit dem iCampus entsteht im Münchener Werksviertel ein neues Work-Life-Quartier mit hervorragender Verkehrsanbindung (wir berichteten). Die zehn gegenüber dem Münchener Ostbahnhof gelegenen Gebäude mit insgesamt rund 120.000 Quadratmetern Geschossfläche erfüllen höchste Ansprüche an Form, Funktion und Effizienz. Als Ausdruck der Fokussierung auf Nachhaltigkeit respektive Green Building erhält eines von ihnen derzeit eine recycelte Fassade: der Holz-Hybride i8.

Fassadenentwurf und Architektur der ungefähr 20.000 Quadratmeter großen Immobilie stammen aus der Feder des dänischen Architekturbüros C.F. Møller. Sie greifen mit der Industriehistorie des Standorts und dem Nachhaltigkeitsgedanken der Konstruktion gleich zwei identitätsstiftende Elemente auf. Die ersten beiden Stockwerke der Holz-Stahlbeton-Konstruktion stehen bereits, nun bekommt sie ihre grüne Außenhaut.

Green Building im doppelten Wortsinn

Grün wird der Holz-Hybride i8 in zweierlei Hinsicht. Einerseits entsteht seine Fassade aus rund 50 Prozent recyceltem End-of-Life-Aluminium. Ohne Aufarbeitung würde man es als Altschrott klassifizieren. Stattdessen kommt dem Material jetzt im Hinblick auf Green Building eine prominente Rolle in der Fassadengestaltung zuteil. Das war der Wunsch von Moritz Eulberg, Leiter Projektentwicklung, Asset- und Property Management beim verantwortlichen Projektentwickler R&S Immobilienmanagement. „Die Fassade des i8 aus recyceltem, CO2-armen Aluminium steht für eine umsichtige Kreislaufwirtschaft mit sehr geringem CO2-Fußabdruck. Sie ist ein Beispiel visionären Bauens und verantwortungsvollen Umgangs mit unseren Ressourcen“, so Eulberg.


Anzeige


Grün als Farbe – genauer: DB601-Grün, von der Deutschen Bahn verwendet für Oberleitungs- und Signalmasten, Brücken und Schranken – referenziert beim Fassadenentwurf andererseits auf die Umgebung. „Die Fassade dieses Neubaus erzählt von der Geschichte des Ostbahnhofs, der einst ein wichtiger Knotenpunkt für den Güterverkehr war. Auf dem Areal des heutigen Werksviertels wurde früher produziert“, erklärt Stephan Kahl, Geschäftsführer von R&S Immobilienmanagement. Diagonale Streben in der Fassade sollen ab dem ersten Obergeschoss zusätzlich an das Gleisbett erinnern.

Holz-Hybride i8 – Bild von den Bauarbeiten im Oktober 2023.

Deutliche CO2-Einsparung

Die Tragwerkskonstruktion des i8, das Ende 2024 fertiggestellt werden soll, besteht aus circa 1.400 Kubikmeter BauBuche. Dieses speziell angefertigte Bauholz gilt als besonders langlebig und eignet sich als Hochleistungsbaustoff. Bislang wurde rund die Hälfte davon im i8 verbaut, aktuell wird am dritten Obergeschoss gearbeitet. Laut Holzlieferant Pollmeier, der für den iCampus im Werksviertel das Holz aus regionalem Anbau liefert, speichert BauBuche 1,171 Kilogramm CO2 pro Kubikmeter.

Green Building wird auch mit Blick auf schärfere ESG-Kriterien, von denen Mieter ebenso betroffen sind, immer bedeutsamer. Hinzu kommt das Employer-Branding: „Wir beobachten auf Mieterseite eine höhere Nachfrage nach nachhaltig gebauten Gebäuden. Wichtig ist ihnen dabei nicht nur, etwas für die Umwelt zu tun, sondern auch für ihre Mitarbeiter. Sie sollen sich in Räumlichkeiten aus Holz wohler fühlen und in einem gesünderen Umfeld arbeiten“, erläutert Moritz Eulberg.

Weitere Informationen:
R&S Immobilienmanagement GmbH
www.icampus-muenchen.de

Bildhinweis:
Für alle Fotos gilt: © R&S Immobilienmanagement GmbH

 
Anzeige