Der von Alfred M. Moen erdachte Einhandmischer ist das Produkt eines Missgeschicks – und eine der hilfreichsten Erfindungen aller Zeiten. Das Foto zeigt ein typisches Modell in Chromausführung.

Ein­hand­misch­bat­te­rie, Einhebelmischbatterie, Ein­he­bel­misch­er, Einhandmischer oder Hebelmischer – an Synonymen für die narrensichere, von Alfred M. Moen erdachte Misch­bat­te­rie herrscht kein Mangel. Dank ihr ist es heutzutage kaum mehr wahrscheinlich, sich beim Händewaschen zu verbrühen. Genau das passierte dem US-Erfinder und Firmengründer, als er 1937 eines Abends übermüdet das falsche Ventil einer klassischen Waschtischarmatur aufdrehte. Ein zwiespältiger Heureka-Moment. Archimedes von Syrakus, auf den der berühmte Ausruf zurückgeführt wird (übersetzt bedeutet das griechische Wort heúrēka so viel wie „Ich habe es gefunden“), dürfte es besser ergangen sein. Bekanntlich entdeckte er der Überlieferung nach – passend zu unserem Thema – in der Badewanne sitzend das Archimedische Prinzip.

Eine lohnende Erfindung

Bis aus Moens Idee ein käufliches Produkt wurde, waren zehn Jahre Tüftelei und das geduldige Putzen von Klinken erforderlich. Die Ausdauer zahlte sich für ihn aber aus. Einerseits sicherte ihm die anschließende Gründung eines Unternehmens zur Herstellung von Armaturen das Auskommen. Andererseits wurde sein Einhandmischer bereits 1959 durch das US-Wirtschaftsmagazin Fortune in die Liste der 100 am besten gestalteten Konsumprodukte gewählt, wobei die Jury sogar aus Profis aus den Bereichen Design und Architektur bestand.

Einhandmischer-Einerlei: meist monoton  jedoch nicht glanzlos

Hinsichtlich der Gestaltung der meisten Einhandmischer überwiegt im Gegensatz zur eingangs vorgestellten Begriffsvielfalt Monotonie. Spaßeshalber könnte man ebenso von Monochromie sprechen. Will sagen: bei Waschtischarmaturen dominiert die Chromausführung. Farbig sind meist nur die Markierungen, die zeigen, in welche Richtung man den Hebel drehen muss. Falls überhaupt vorhanden – so selbstverständlich ist die Regelung: links warmes Wasser (rote Markierung) und rechts kaltes Wasser (blaue Markierung). Diese Anordnung ist auch international üblich. Umdenken ist bei Modellen nötig, bei denen der Bedienhebel seitlich angebracht ist und dementsprechend nach vorn oder hinten verstellt wird.


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Warm oder kalt waschen – die Gretchenfrage

Wer möchte, merkt sich (für konventionelle Hebelmischer) aus Gründen des Energiesparens die Rechts-vor-links-Regel. Denn bekanntlich befreit kaltes Wasser genauso zuverlässig von Krankheitskeimen, gesetzt den Fall, dass man die Hände lang genug wäscht. Kindern würden bei der Disziplin beim Waschen vielleicht Mischbatterien in bunten Farben helfen. Allmählich wird hier die Auswahl größer. Das Bestreben, individuelle Wünsche zu verwirklichen, hat längst auch im Bad Einzug gehalten. Doch kommen wir von oberflächlichen Betrachtungen lieber zu des Pudels Kern beziehungsweise zu der Frage, was den Einhandmischer so praktisch macht.

Wie funktioniert ein Einhandmischer?

Erkennt man, wie einfach Einhandmischer aufgebaut sind, fragt man sich, warum Armaturen nicht von Anfang an auf diese Weise konstruiert wurden. Allerdings musste natürlich erst einmal jemand darauf kommen, im Inneren der Mischbatterie zwei mit Löchern versehene Keramikscheiben übereinander zu montieren, die sich gegeneinander verschieben und verdrehen lassen. Mit ihrer Hilfe lässt sich über den Bedienhebel zum einen die Durchflussmenge stufenlos einstellen oder die Leitung komplett verschließen, zum anderen werden je nach Winkel die beiden Bohrungen für Kalt- und Heißwasser unterschiedlich weit verdeckt respektive freigegeben. Ähnlich wie bei einer Gewürzdose mit Streueinsatz.

Wohin geht die Reise für den Einhandmischer?

Die Möglichkeit, mit dem Einhandmischer die Wassermenge und die Wassertemperatur erstmals gleichzeitig mit einer Hand auf präziseste Weise regeln zu können, bedeutete einen riesigen Sprung in Sachen Bedienkomfort. Herausragend ist die Erfindung zudem im Sinne der Barrierefreiheit. Später kamen die vollständig berührungslose Handhabung und weitere Komfortfunktionen wie integrierte Wasserfilter, Sprudler oder Boiler für Küchenarmaturen hinzu. Ist die Geschichte der Misch­bat­te­rie damit auserzählt? Was immer der technische Fortschritt in Zukunft noch bereit hält – Moens Einhandmischer ist definitiv ein Design für die Ewigkeit.

 
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