Natch hat etwas gegen Verpackungsmüll. Zahnputztabletten aus nachfüllbaren Glasbehältern in drei Geschmacksrichtungen, ausschließlich mit natürlichen Rohstoffen produziert.

Das Herauspressen von Zahnpasta aus einer Tube und die praktische Unmöglichkeit, sie wieder dorthinein zurückzuschieben, wird gern zur Veranschaulichung des unumkehrbaren Flusses der Zeit verwendet. Eine Art One-Way-Ticket von der Vergangenheit in die Zukunft. Verbunden ist es mit der Zunahme von Entropie. Diese ist in trivialisierter Form außerhalb der Physik als Grad der Unordnung bekannt. Nun möchten die meisten morgens vermutlich lieber geordnet in den Tag starten und beim Zähneputzen nicht über das Chaos nachdenken, das wir auf unserem Heimatplaneten mit der unsäglichen Müllproduktion und dem nach wie vor barbarischen Umgang mit Ressourcen anrichten. Für sie gibt es ein interessantes Produkt aus dem Hause Natch: Zahnputztabletten, die Zahnpastatuben überflüssig machen. Im Selbsttest konnten sie uns nicht bloß aufgrund der Vermeidung von Verpackungsmüll beeindrucken.

Mit Natch fängt der Genuss schon vor dem Putzen an

Zum Verständnis sei zuvor betont, dass dieser Beitrag (so wie alle anderen, die sie in unserem Journal lesen), frei von der Einflussnahme Dritter und ohne jeden äußeren Anreiz entstand. Sie können sich also wie immer darauf verlassen, dass wir ausschließlich schreiben, wovon wir überzeugt sind. Auch nehmen wir kein Blatt vor den Mund. Im konkreten Fall nahmen wir hingegen etwas in den Mund. Etwas, das durch seine Gestalt und den wohligen Duft nach ätherischen Ölen an Halspastillen erinnert. Apropos Duft: Natch empfiehlt, die Tabs nach der Entnahme aus der nachfüllbaren Flasche aus Glas erst einmal an die Nase zu führen und tief einzuatmen. Das ist durchaus kein Marketing-Zinnober, sondern eine wunderbare Einstimmung. Was folgt ist sozusagen ein Putzerlebnis mit Biss. Zunächst muss man mit den Zahnputztabletten nämlich das tun, was sich bei einem Lutschbonbon verbietet: sie zerbeißen.

Verpackungsmüll außen, Schadstoffe innen

Das eigentliche Putzen gestaltet sich dann wie man es kennt. Die richtige Putztechnik vorausgesetzt (Fragen hierzu beantwortet Ihr Arzt oder Apotheker – egal welchen Geschlechts), sorgen die Zahnputztabletten für angenehm saubere und glatte Zähne sowie ein bemerkenswertes Frischegefühl. Bei Verwendung der Sorte „Screaming Polar Bear“ ist dieses anderthalb bis zwei Stunden später noch deutlich zu spüren. Das allein macht schon gute Laune. Doch es kommt noch besser. All die vielen synthetischen Hilfsstoffe, welche die Kosmetikindustrie ungeniert in ihre Zahnpasta rührt, wurden hier ganz einfach weggelassen. Das Biozid Triclosan zum Beispiel, das gegen Bakterien eingesetzt wird. Ebenso Titandioxid, das bei herkömmlicher Zahnpasta für die weiße Farbe verantwortlich ist. Nicht zu vergessen Carrageen für die Stabilität und Natriumlaurylsulfat als Schaumbildner. Verpackungsmüll außen, allergene und möglicherweise sogar karzinogene Schadstoffe innen: konventionelle Industrieprodukte bieten wirklich viel.


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Natch setzt stattdessen auf natürliche Zutaten, darunter Extrakte aus Birke und Seifenrindenbaum, Stevia, Guarkernmehl, Himalaya-Salz, Kieselgur, vulkanische Asche und Nano-Calcium-Hydroxylapatit, das aus
natürlich vorkommendem Calciumphosphat hergestellt wird. Es ersetzt das umstrittene, weil in höherer Konzentration schädliche Fluorid, das der Kariesprophylaxe beziehungsweise Härtung des Zahnschmelzes dient. Ob es genauso wirksam ist, lässt sich allerdings nicht zweifelsfrei sagen. In zahnmedizinischen Publikationen wird die Datenlage bisweilen als nicht ausreichend für eine endgültige Beurteilung eingeordnet.

Qual der Wahl

Angeboten wird Natch in drei Sorten. Neben der bereits erwähnten und von uns favorisierten Geschmacksrichtung, die Extrakte aus biologisch angebauter Pfefferminze enthält, bietet die Berliner Marke mit „So Black, So White“ eine Sorte mit Whitening-Effekt. Aktivkohle soll Flecken auf der Zahnoberfläche und Toxine im Mund beseitigen und insgesamt aufhellend wirken. Generell sind wir bei derartigen Produkten skeptisch und raten, zu diesem Thema zahnärztlichen Rat einzuholen. Das gesagt habend, lag die Abrasionsfähigkeit von Natch zum Zeitpunkt unseres Tests im unbedenklichen Bereich. Ob sich angesichts der Sanftheit ambitionierte Ziele in Sachen Aufhellung überhaupt umsetzen lassen, ist die Frage. Eine Selbstbehandlung ohne zahnärztliche Aufsicht ist unserer Ansicht nach jedoch sowieso nur die zweitbeste Idee.

Mit „Dr. Shaman“ wiederum richtet sich Natch an Menschen mit empfindlichem, zu Entzündungen neigendem Zahnfleisch. Eine aus Bio-Nelke, Ingwer, grüner Minze und Orange gewonnene Mischung ätherischer Öle mit entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften soll hier Abhilfe leisten. Wegen fehlender Disposition können wir aber nichts über die Wirksamkeit in diesem Zusammenhang sagen.

Fazit

Sofern es tatsächlich stimmt, dass die Zeit für alle Ewigkeit irreversibel von gestern in Richtung morgen strömt und sich somit im Nachhinein nichts ungeschehen machen lässt, dürfen wir, die wir heute mit den gravierenden Folgen von Fehlern aus der Vergangenheit kämpfen, uns zumindest mit einem Gedanken trösten. Die Natur (der Schöpfer?) erlaubt uns dazuzulernen. Wir sind als Menschheit keineswegs dazu verdammt, dieselben Fehler permanent zu wiederholen. So gesehen gehört Natch zu den Dingen für die Welt von morgen, während die Myriaden von Plastiktuben in Drogerien und Supermärkten unrettbar gestrig sind. Mithin unterstützen die Natch-Gründer den Beweis, dass Albert Einstein seinerzeit falsch lag, indem er die menschliche Dummheit für unendlich hielt.

Erhält Natch deshalb unsere vorbehaltlose Empfehlung? Zu einigen Punkten können wir keine abschließenden Aussagen treffen, die einem wissenschaftlichen Anspruch genügen würden. Dessen ungeachtet haben uns persönlich die putzigen Eisbären so viel Vergnügen bereitet, dass wir auf sie nicht mehr verzichten wollen. Vollkommen objektiv sind wir indes wahrscheinlich nicht, denn die vom Klimawandel leider stark bedrohten Namensgeber zählen zu unseren Lieblingstieren.

Weitere Informationen:
Natch Labs GmbH
www.natchlabs.com

 
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