Ondili, gegründet durch den deutschen Apotheker Hermann Rohlfs, ist in Namibia Anbieter ökologisch nachhaltig betriebener Lodges und Guesthouses und investiert sämtliche Gewinne in den Naturschutz. Foto © Ondili

Das heutige Namibia bildete zwischen 1884 und 1915 einen Teil von dem, was der spätere Reichskanzler Bernhard von Bülow 1897 Deutschlands „Platz an der Sonne“ nannte. Die deutschen Kolonien bezeichnete sein indirekter Amtsvorgänger Otto von Bismarck gern beschönigend als „Schutzgebiete“ – freilich zum Schutz deutscher Handelsinteressen. Abgesehen von Prestigegewinn brachten sie kaum etwas ein. Das ausgeprägt trockene, durch die Namib-Wüste im Westen und die Kalahari im Osten geprägte Deutsch-Südwestafrika verballhornte man auch gern als Bismarcks Sandkasten. Ein gutes Jahrhundert später engagiert sich der deutsche Apotheker Hermann Rohlfs auf eine für das Land ungleich vorteilhaftere Weise. Sein Unternehmen namens Ondili betreibt ökologischen Tourismus und fördert den Naturschutz.

Ondili investiert in Namibia sämtliche Gewinne in den Naturschutz

Ondili unterhält Lodges und Guesthouses in fünf Regionen von Namibia: Etosha, Damaraland, Erongo, Namib und Kalahari. Sie befinden sich entweder in privaten Naturreservaten oder angrenzend an die Nationalparks von Namibia. Wahlweise sind sie einzeln oder als Rundreise buchbar und bilden ideale Ausgangspunkte, um das Land mit seiner beeindruckenden Weite zu erkunden. Namibia belegt Platz drei auf der Liste der Staaten mit der geringsten Bevölkerungsdichte. Es ist knapp zweieinhalb mal so groß wie Deutschland, hat aber nur ungefähr so viele Einwohner wie München und Frankfurt am Main zusammen.

Die edel anmutende Möblierung im Stil eines Safari-Zeltes täuscht. Ondili betreibt Tourismus nicht auf Kosten der Natur.

Das Besondere an Ondili ist gar nicht so sehr der ökologisch nachhaltige, unter anderem auf Solarenergie und Solar-Warmwasser setzende Betrieb der Unterkünfte. Wirklich bemerkenswert ist das zugrunde liegende Geschäftsprinzip: Konsequent werden sämtliche Gewinne in den Naturschutz investiert. Ein ausgesprochen wichtiges Projekt, denn noch lassen sich hier zahlreiche seltene Reptilien-, Vogel- und Säugetierarten beobachten. Darunter drei der „Big Five“, zu denen Großwildjäger früher Löwe, Elefant und Nashorn rechneten. Doch obgleich bei heutigen Safaris statt mit Gewehren mit Kameras gejagt wird, ist Afrikas bei Reisenden so beliebte Tierwelt alles andere als außer Gefahr.


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Freunde dringend gesucht

Man muss kein Pessimist sein, um mit dem baldigen Aussterben vieler prominenter und wenig bekannter afrikanischer Tierarten zu rechnen. Ein Blick auf die Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung genügt. Dabei beschneiden Landwirtschaft, Verkehr und Siedlungen die Rückzugsräume für bedrohte Arten schon jetzt immer stärker. Wird es den Menschen künftig genügen, die Tierwelt Afrikas – und nicht bloß diese – ausschließlich in alten Filmen oder als Computersimulation erleben zu können?

Die Wilderei ist neben der Bevölkerungsexplosion ein weiterer großer Feind der einzigartigen Fauna des zweitgrößten Erdteils. Ein Erlös im sechsstelligen Bereich für ein getötetes Nashorn ist ein starkes Argument gegen das Überleben der Unpaarhufer, die vor dem Auftreten von Homo sapiens rund 50 Millionen Jahren lang existieren durften. Dass der Handel von Nashornderivaten seit 1977 verboten ist, tut wegen des blühenden Schwarzhandels wenig zur Sache. Bleibt als vielleicht einziger Freund der Tourismus. Hoffentlich wächst die Erkenntnis schnell genug, dass mit lebendiger Natur mehr zu verdienen ist als mit der ausbeuterischen Kultur des Todes.

Weitere Informationen:
Ondili GmbH
www.ondili.com

Bildhinweis:
© Ondili

 
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