Mit „Le Corbusier: Architekt, Künstler, Visionär“, erschienen bei C.H.Beck, gelang Winfried Nerdinger eine kompakte, attraktive Bereicherung der Literatur über den Architekten der Moderne.

Auf fast jede Erwähnung seines Namens folgt rasch, einer Schutzklausel nicht unähnlich, der Hinweis, dass seine Bedeutung strittig ist. Dennoch wäre es unsinnig, Le Corbusier (1887 – 1965; bürgerlich: Charles-Édouard Jeanneret-Gris) als etwas anderes als den Architekten der Moderne zu begreifen. Wie kaum ein Zweiter prägte der im schweizerischen La Chaux-de-Fonds geborene „Vater des Brutalismus“ – ein Sohn eines für die Uhrenindustrie tätigen Handwerkers und einer Musikerin – den Städtebau im 20. Jahrhundert.

Für das Gedankengebäude der modernen Architektur elementar

Über ikonische Bauten hinaus, darunter die Villa Savoye bei Paris oder die katholische Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut de Ronchamp, sowie jenseits nicht wegzudenkender Klassiker des Möbeldesigns hinterließ Le Corbusier mehr als vier Dutzend Bücher mit vielen architekturtheoretischen Impulsen. Allein seine Veröffentlichung „Kommende Baukunst“ aus dem Jahre 1923 ist für das Gedankengebäude der modernen Architektur elementar. Seine radikalen städtebaulichen Visionen lieferten überdies konzeptuelle Grundlagen für den allgemeinen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg.


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Le Corbusier kompakt

Le Corbusiers Wirken und Werk erschöpfend behandeln sowie seinen ungebrochenen Einfluss auf lediglich 128 Seiten würdigen zu wollen, wäre, wie sich eingedenk dessen von selbst versteht, ein aussichtsloses Unterfangen. Der spezielle Reiz des jetzt bei C.H.Beck neu erschienenen Bandes aus der Feder des Architekturhistorikers Winfried Nerdinger liegt jedoch vielleicht gerade in der Kürze der Darstellung. Ob als erste Beschäftigung oder zum Zwecke des Wiederentdeckens: „Le Corbusier: Architekt, Künstler, Visionär“ ist im Konzert der bereits existierenden Monografien eine kompakte, attraktive Bereicherung.


 
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Aus berufenem Munde

Winfried Nerdinger ist Professor em. für Architekturgeschichte und früherer Direktor des Architekturmuseums der Technischen Universität München (TUM) sowie Gründungsdirektor des NS-Dokumentationszentrums. Der Leserschaft gibt Nerdinger nun wertvolle Einblicke in die zeitgeschichtlichen Zusammenhänge. Er zeigt die Hintergründe des weltweiten historischen Stellenwerts und der Wirkung von Le Corbusier auf differenzierte Weise auf.

Winfried Nerdinger
Le Corbusier
Architekt, Künstler, Visionär
Verlag C.H.Beck
Softcover, 128 Seiten, 42 Abbildungen
ISBN 978-3-406-84235-1

Weitere Informationen:
Verlag C.H.Beck oHG
www.chbeck.de