Es ist – bildlich gesprochen – alles andere als schmeichelhaft, eine Schraube locker zu haben. Wie intelligent wäre es indessen, bereits im Vorhinein zu wissen, ob sich bald etwas löst? Digitale Zustandsüberwachung für sicherheitsrelevante Schraubverbindungen: Am Beispiel Olympiastadion München werden die Vorteile deutlich. Für ein Pilotprojekt ergänzten die Stadtwerke München die Befestigung der in das berühmte Zeltdach integrierten Besucherplattform um smarte, hochfeste Schrauben – SensorBolts aus dem Hause fischer Befestigungssysteme. Diese stellen mithilfe ihrer eingebauten Kraftmess- und Übertragungstechnik wertvolle Daten zur Verfügung.
Dem Olympiastadion München aufs Dach gestiegen
Das nach knapp dreijähriger Bauzeit rechtzeitig zu den Olympischen Spielen 1972 fertiggestellte Olympiastadion München ist bis heute eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der bayerischen Landeshauptstadt. Das Olympiadach erhielt 2023 die Auszeichnung „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“. Der aus Seilnetzen bestehende Klassiker des Leichtbaus misst rund 75.000 Quadratmeter und überdeckt nahezu die Hälfte des Stadions sowie die angrenzenden Hallen.

In einer Höhe von 40 bis 50 Metern führen im Rahmen von Touren begehbare Stege über das Dachtragwerk – mit Blick über München und bei klarem Wetter bis zu den Alpen. Dass alle Verbindungen zum Schutz der Besucherinnen und Besucher absolut sicher halten müssen, versteht sich von selbst. Dabei herrschte anfänglich große Skepsis, als das Architekturbüro Behnisch & Partner 1967 seinen Entwurf für das Olympiastadion München und den Olympiapark zum Wettbewerb einreichte. Zu Unrecht, wie die Erfahrungen aus einem halben Jahrhundert bewiesen haben.
Sicherer, wirtschaftlicher und nachhaltiger
Bislang war es mit hohem Aufwand verbunden, sicherheitsbezogene Aussagen über Vorspannkräfte von eingebauten Schrauben zu treffen. „Unsere Sensorik-Innovation ermöglicht es dahingegen jetzt, die Verschraubungspunkte kontinuierlich auch aus der Ferne zu überwachen und präzise Daten zu deren Zustand zu sammeln – einschließlich der Informationen darüber, wie sich Kräfte im Laufe der Zeit beispielsweise durch Wind-, Temperatur- oder Schneelasten verändern“, erläutert Dr. Daniel Rill, Produktmanager Connected Products bei fischer.

Ein am Schraubenkopf angebrachter Sensor erfasst die Vorspannkraft, ein zweiter die Temperatur. Messwerte werden verschlüsselt an eine Cloud übertragen und Betreibern über ein kundenspezifisches Dashboard in Echtzeit zugänglich gemacht. Hieraus resultiert ein Plus an Betriebssicherheit, zudem lassen sich Kosten senken und Ausfallzeiten reduzieren. Dass sich überdies die Nutzungsdauer von Bauwerken verlängern lässt, zahlt auf die Nachhaltigkeit ein. Jeder Abriss und Neubau hat bekanntermaßen Konsequenzen für die Umwelt.
Weitere Informationen:
fischerwerke GmbH & Co. KG
www.fischer.de
Bildhinweis:
Für unser Titelbild, welches das berühmte Zeltdach vom Olympiastadion München zeigt, gilt: © Sandra Alkado

