Der essbare und dank einer speziellen Beschichtung hitze- und wasserbeständige Coffee-to-go-Becher des Start-ups AllCup könnte in Zukunft ein riesiges Müllproblem lösen. Foto: © FH Münster/Frederik Tebbe

Aus den Augen, aus dem Sinn – das ist das Grundprinzip der Wegwerfgesellschaft. Eine Unkultur, wie wir heute wissen. Wer die mit Plastikmüll verseuchten Flüsse und Strände in Schwellenländern sieht, spürt intuitiv: das kann nicht mehr lange gut gehen. Es kommt daher sowohl darauf an, den Abfall auf seiner Reise in die Ozeane aufzuhalten (so wie Moritz Schulz das mit seinem Trashboom tut, den wir exklusiv interviewt haben), als auch die produzierte Gesamtmenge zu reduzieren. AllCup, ein Start-up aus Münster, verfolgt hier einen vielversprechenden Ansatz. Er besteht darin, Coffee-to-go-Becher als eine bislang bedeutende Quelle von Einwegmüll künftig aus verzehrbarem Material herzustellen. Die hierzu entwickelten Waffelbecher sind dank einer speziellen Beschichtung hitze- und wasserbeständig.

Markteintritt von AllCup steht bevor

Das AllCup-Team, bestehend aus Sarah Theresa Schulte, Lara Wagemann und Martin Nauen – ein Ökotrophologie-Absolvent an der FH Münster –, machen seit der Gründung Ende 2019 immer größere Fortschritte. „Wir waren im vergangenen Jahr bei vielen Netzwerk- und Pitch-Veranstaltungen, um unsere Idee vorzustellen“, berichtet Schulte. „Dabei haben wir Investoren gefunden, die einerseits Kapital, aber auch Know-how und Expertise mitbringen, die uns weiterhelfen.“ Mit den eingesammelten Geldern lässt sich nun die Forschung an der Beschichtung weiter vorantreiben. Zudem lassen sich Personalkosten decken und ein vorsichtiger Markteintritt finanzieren. Zunächst sollen circa 25.000 Becher pro Monat produziert werden.

Bis es soweit ist, arbeitet Martin Nauen an der Perfektionierung des Verfahrens zum Auftragen der Beschichtung auf die Waffelbecher. Unterstützt wird er von einem neu eingestellten Lebensmitteltechnologen – erstmals in eigenen Räumlichkeiten. „In unserem Labor sind wir unabhängig“, kommentiert Nauen. „Die FH Münster hat uns aber sehr dabei geholfen, die ersten wichtigen Schritte machen zu können.“ Durch die Gründungsberatung der FH Münster ist das Start-up außerdem zu Beginn gecoacht worden und erhielt mit dessen Unterstützung ein Gründerstipendium. Darüber hinaus nahm das AllCup-Team am sechsmonatigen Inkubator-Programm des REACH Euregio Start-up-Centers teil, welches von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) geleitet wird.

Weitere Informationen:
FH Münster
www.fh-muenster.de

Bildhinweis:
© FH Münster/Frederik Tebbe

 
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