PILUM, eine von Konstantin Wolf entwickelte Sonde zur Langzeitüberwachung von Wäldern, erhält den diesjährigen James Dyson Award in Deutschland.

Eine Sonde zur Langzeitüberwachung von Wäldern namens PILUM wird mit dem diesjährigen James Dyson Award in Deutschland ausgezeichnet. Zweitplatzierte Projekte sind BIOCEMENT CHAIR, ein Stuhl aus selbstproduziertem Biozement, sowie RAINPIPER, ein Konzept zur Bekämpfung von Waldbränden mit autonomen Drohnenschwärmen. Das Gewinnerprojekt und die beiden zweitplatzierten Projekte ziehen nun in die internationale Phase des Design-Wettbewerbs ein.

Wälder spiegeln das Wirken des Menschen auf besonders eindrucksvolle Weise wider. Das gilt beispielsweise auch für den Schwarzwald. Der ursprüngliche Mischwald fiel im vorletzten Jahrhundert fast vollständig dem Holzbedarf zum Opfer. Was Erholungsuchende in Deutschlands größtem Mittelgebirge heutzutage als Naturraum wahrnehmen, ist eigentlich das Ergebnis einer Wiederaufforstung. Dass nicht nur hier das Gebot der Maximierung der Produktivität für Monokulturen sorgte, rächt sich in Zeiten des Klimawandels. Stress aufgrund steigender Temperaturen macht Wälder unter anderem anfälliger für Borkenkäfer, die sich zudem stärker vermehren, wenn Winter milder ausfallen.

Eine vielversprechende Lösung stellt in dem Zusammenhang das vom Industriedesigner Konstantin Wolf konzipierte Projekt PILUM dar. Sein als Masterthesis an der Muthesius Kunsthochschule Kiel entwickeltes System zur Langzeitüberwachung von Wäldern setzt auf die Analyse von Pheromonen und Harzpartikeln in der Luft, die während des Fortpflanzungszyklus des Borkenkäfers entstehen. Die Echtzeitdaten werden über eine öffentlich zugängliche Anwendung ausgelesen. Der Wald lässt sich auf dieser Grundlage gezielt behandeln.


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Jury des James Dyson Award ist überzeugt von PILUM

Konstantin Wolf konnte die international besetzte Jury des James Dyson Award 2023 in Deutschland überzeugen. Sie sprach ihm für PILUM den begehrten Designpreis zu, verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 5.700 Euro. In der internationalen Phase des Design-Wettbewerbs hat Wolf die Chance, weitere Aufmerksamkeit auf sein Projekt zu lenken und ein Preisgeld in Höhe von 34.000 Euro zu gewinnen.

Jury-Sprecher Professor Tom Philipps von der Hochschule Darmstadt: „Die Schädigung der Wälder in Deutschland durch den Borkenkäfer ist ein ungelöstes Problem, dem wir mehr oder weniger machtlos gegenüberstehen. PILUM verfolgt die Idee, Borkenkäfer im Wald anhand ihrer eigenen Duftstoffe aufzuspüren. Die Sensortechnologie hinter PILUM ist so genial wie einfach. Das Monitoringsystem zur Früherkennung von befallenen Wäldern lässt sich sogar von Laien aufbauen. Eine großartige Entwicklung zum Schutz unserer Wälder!“

Auch die zweitplatzierten Projekte lassen aufhorchen

Die zweitplatzierten Projekte sind nicht minder spannend. Da wäre zum einen BIOCEMENT CHAIR, ein von Friedrich Gerlach und Julia Huhnholz im Zuge ihres Designstudiums an der Fakultät Kunst und Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar entworfener Stuhl, zu 100 Prozent bestehend aus selbstproduziertem Biozement. Zum anderen wurde mit RAINPIPER ein Konzept zur Bekämpfung von Waldbränden mit autonomen Drohnenschwärmen ausgezeichnet, das Simon Bruhns, Engineering Design-Student an der Hochschule Magdeburg-Stendal, entwickelt hat.

Das Gewinnerprojekt PILUM und die beiden zweitplatzierten Projekte ziehen jetzt in die internationale Phase des James Dyson Award 2023 ein. Die Bekanntgabe der 20 Finalisten auf internationaler Ebene ist für den 18. Oktober 2023 geplant, die der internationalen Gewinner für den 15. November 2023.

Weitere Informationen:
James Dyson Award

www.jamesdysonaward.org

 
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